Die Innovationsfähigkeit eines Wirtschaftsstandortes entscheidet über zukunftsfähige Arbeitsplätze, nachhaltige Wertschöpfung und dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit. Schon heute ist FrankfurtRheinMain einer der führenden Wirtschafts- und Innovationsstandorte Europas. Wie kann die Metropolregion diese Position im globalen Standortwettbewerb nicht nur langfristig halten, sondern kontinuierlich weiter ausbauen? Rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Gesellschaft tauschten sich dazu beim Tag der Metropolregion am 23. Juni 2026 in der IHK Frankfurt am Main aus.

Begrüßt wurden die Gäste von Staatssekretär Benedikt Kuhn. Hessen und die Metropolregion als führenden Startup- und Innovationsstandort zu positionieren, sei erklärtes Ziel der hessischen Landesregierung, unterstrich der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzende des Länderübergreifenden Strategieforums FrankfurtRheinMain:

Staatssekretär Benedikt Kuhn, Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzender des Länderübergreifenden Strategieforums FrankfurtRheinMain, begrüßte die Gäste des Tags der Metropolregion 2026. Fotonachweis: PERFORM GbR / Markus Schmidt

Staatssekretär Benedikt Kuhn, Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzender des Länderübergreifenden Strategieforums FrankfurtRheinMain, begrüßte die Gäste des Tags der Metropolregion am 23. Juni 2026 in der IHK Frankfurt am Main © PERFORM GbR / Markus Schmidt

„Innovation entsteht nicht von allein. Sie braucht Menschen mit guten Ideen, Hochschulen mit starker Forschung und Unternehmen, die bereit sind, Neues auszuprobieren. Davon hat FrankfurtRheinMain eine ganze Menge. Die Stärke unserer Metropolregion liegt in ihrem einzigartigen Zusammenspiel aus Wissenschaft, Wirtschaft und Wachstumsorientierung. Deshalb investiert Hessen gezielt in die Startup-Förderung, stärkt den Zugang zu Beteiligungskapital und baut die Innovations- und Forschungslandschaft weiter aus“, sagte Staatssekretär Benedikt Kuhn am Dienstag in Frankfurt. Er fügte hinzu: „Im Länderübergreifenden Strategieforum FrankfurtRheinMain arbeiten wir daran, die Stärken der Region noch besser zusammenzuführen. Denn im globalen Wettbewerb können wir nur erfolgreich sein, wenn wir unsere Kräfte bündeln und über Grenzen hinweg zusammenarbeiten. So sichern wir Wertschöpfung, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum auch für die kommenden Jahre.“

Ulrich Caspar, Vorsitzender von PERFORM und Präsident der IHK Frankfurt am Main, lobte die Bemühungen des Landes Hessen und begrüßte insbesondere den Ansatz, im Länderübergreifenden Strategieforum Leitlinien zur weiteren Stärkung des Startup- und Innovationsstandortes FrankfurtRheinMain zu entwickeln: „Wollen wir die Position von FrankfurtRheinMain als einer der führenden Startup- und Innovationsstandorte Europas weiter ausbauen, braucht es mehr als eine Vernetzung der relevanten Akteure. Es braucht gemeinsame Zielsetzungen der Länder Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie der Landkreise und Kommunen, der Wirtschaft und der Wissenschaft. Es gilt, Synergiepotenziale zu identifizieren, damit sich die Innovationskräfte unserer Region gegenseitig verstärken. Ein Innovationsprofil mit klaren Alleinstellungsmerkmalen würde zudem die internationale Sichtbarkeit und Strahlkraft unserer Metropolregion und damit ihre Chancen im globalen Wettbewerb um Startups, Unternehmen, Talente, Investoren und Fördermittel erhöhen.“

Spitzenforschung schneller in skalierbare Geschäftsmodelle überführen

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellte eine Expertenrunde die Stärken von FrankfurtRheinMain als internationaler Startup- und Innovationsstandort heraus. Ulrich Caspar, Vorsitzender von PERFORM, Dr. Maximilian Fries, Co-Founder und COO von MAGNOTHERM Solutions, Dr. Jörg Goschin, CEO von KfW Capital, Melissa Ott, Managing Director von Futury, und Prof. Dr. Helmut Schoenenberger, CEO von UnternehmerTUM analysierten zudem, in welchen Bereichen die Metropolregion besser werden muss, um ihre Wertschöpfung von morgen zu sichern.

Einige der genannten Baustellen seien dabei kein regionales Phänomen, sondern symptomatisch für den Standort Deutschland – etwa die Verfügbarkeit von Wagniskapital. Davon gebe es weiterhin zu wenig, was zur Folge habe, dass deutsche Start-ups ins Ausland abwanderten. „Zu einer erheblichen Verbesserung der Finanzierungsbedingungen von Startups würden eine Umstellung der Altersvorsorge durch Kapitalbildung sowie eine stärkere Öffnung institutioneller Kapitalgeber für Wagniskapital beitragen“, sagte Caspar. „Auch sollte FrankfurtRheinMain zur ersten Adresse für die Ansiedlung internationaler Wagniskapital-Fonds werden.“

Zu der Frage, wie FrankfurtRheinMain die führende Innovations- und Startup-Region Europas werden kann, diskutierten beim Tag der Metropolregion 2026 (v. l.): Dr. Jörg Goschin, CEO von KfW Capital, Melissa Ott, CEO von FUTURY, Dr. Maximilian Fries, Co-Founder und COO von Magnotherm Solutions, Ulrich Caspar, Vorsitzender von PERFORM und Präsident der IHK Frankfurt am Main, Prof. Dr. Helmut Schönenberger, CEO von UnternehmerTUM, und Markus Philipp, Moderator (Hessischer Rundfunk). Fotonachweis: PERFORM GbR / Markus Schmidt

Zu der Frage, wie FrankfurtRheinMain die führende Innovations- und Startup-Region Europas werden kann, diskutierten beim Tag der Metropolregion 2026 (v. l.): Dr. Jörg Goschin, CEO von KfW Capital, Melissa Ott, CEO von FUTURY, Dr. Maximilian Fries, Co-Founder und COO von Magnotherm Solutions, Ulrich Caspar, Vorsitzender von PERFORM und Präsident der IHK Frankfurt am Main, Prof. Dr. Helmut Schönenberger, CEO von UnternehmerTUM, und Markus Philipp, Moderator (Hessischer Rundfunk). © PERFORM GbR / Markus Schmidt

Bei der Aufgabe, die exzellente Forschung der Region schneller in marktfähige Anwendungen und skalierbare Geschäftsmodelle zu überführen, komme hochschulnahen, unternehmerisch orientierten Gründungszentren – sogenannten Startup-Factories – wie UnternehmerTUM und Futury eine besondere Rolle zu. Sie intensivieren die unternehmerische Bildung an den Hochschulen, erhöhen über die Vernetzung von Forschungseinrichtungen, Startups und Unternehmen den Technologietransfer und stellen wertvolle Kontakte zu Investoren her.

Caspar ergänzte: „Während ein gescheiterter Versuch in anderen Ländern als wichtiger Erfahrungswert verstanden wird, ist hierzulande die Angst vor dem Versagen weiterhin tief in den Köpfen vieler verankert. Dabei garantiert eine ‚Schnell scheitern, klüger weitermachen‘-Haltung eine steile Lernkurve. Kombiniert mit dieser sollte unternehmerische Bildung daher schon an Schulen als fester Bestandteil des Lehrplans vermitteln werden, um Risikofreude und Unternehmergeist zu fördern.“

Der PERFORM-Vorsitzende sprach sich außerdem für Reallabore und Freiräume aus, in denen neue Technologien unter realen Bedingungen ohne zu strenge Regulierungen getestet werden können. So könne FrankfurtRheinMain eine Sandbox für Wagniskapital-Innovationen werden, beispielsweise für grenzüberschreitende Fonds, tokenisierte Anteile oder neue Beteiligungsmodelle.

Bürokratieabbau zieht Startups und Talente an – und fördert Innovation

Der Fokus der Diskussion lag auf technologiebasierten Startups mit schnell skalierbaren Geschäftsmodellen. Sie zeichnen sich durch hohe und bleibende Wertschöpfung aus und entwickeln Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen. In seinem Schlusswort machte Dr. Christof Riess, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und Mitglied von PERFORM zugleich deutlich: „Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Und Branchenvielfalt ist der Stabilitätsanker unserer Region. Innovationsförderung muss auch für kleine und mittlere Unternehmen zugänglich sein – ohne übermäßigen Verwaltungsaufwand. Unser Standort ist weiterhin nicht da, wo er hingehört, um wettbewerbsfähig zu bleiben, wenn es beispielsweise um unbürokratische Prozesse und Genehmigungsverfahren bei der Existenzgründung oder der Umsetzung innovativer Ideen geht.“

Dr. Christof Riess, Mitglied von PERFORM und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, unterstrich beim Tag der Metropolregion 2026: Innovationsförderung musss nicht nur schnell skalierbaren Startups, sondern auch kleinen und mittleren Unternehmen unbürokratisch zugänglich sein. Fotonachweis: PERFORM GbR/Markus Schmidt

Dr. Christof Riess, Mitglied von PERFORM und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, unterstrich beim Tag der Metropolregion 2026: Innovationsförderung musss nicht nur schnell skalierbaren Startups, sondern auch kleinen und mittleren Unternehmen unbürokratisch zugänglich sein. © PERFORM GbR / Markus Schmidt

Weniger Regulierung sei auch der Schlüssel, um attraktiver für internationale Fachkräfte zu werden, bekräftigten Riess und Caspar. FrankfurtRheinMain sei Zuzugsregion und die Wirtschaft auf gut ausgebildete Menschen aus dem In- und Ausland angewiesen. Selbst bei ausgewiesener Fachkompetenz und vorliegender Job-Zusage dauere es häufig sehr lang, eine Einreise- und Arbeitserlaubnis zu erhalten. Auch die Anerkennung ausländischer Qualifikationen gelte es weiter zu verbessern.

Fotos: PERFORM GbR / Markus Schmidt

Veronika Heibing ist Geschäftsstellenleiterin und in Personalunion Leiterin Kommunikation und Marketing der PERFORM GbR. Fotonachweis: IHK Darmstadt

Veronika Heibing

Leiterin der Geschäftsstelle, PERFORM GbR
06151 871-1169