FrankfurtRheinMain ist seit jeher ein Ort des freien Handels und ein zentraler Knotenpunkt für den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Informationen. Unsere internationale Metropolregion bietet Zugang zu neuen Märkten, hochqualifizierten Fach- und Arbeitskräften sowie zu Kapital. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Frankfurter Flughafen zu. Viele Unternehmen entscheiden sich bewusst für unseren Wirtschaftsstandort, weil sie auf weltweite Direktverbindungen angewiesen sind, schnelle und verlässliche Warenströme benötigen und in engen Taktungen mit internationalen Geschäftspartnern arbeiten. Als eines der führenden globalen Verkehrs- und Logistikdrehkreuze erfüllt der Frankfurter Flughafen diese Anforderungen seit Jahrzehnten.

In den internationalen Rankings zeigt sich jedoch zuletzt eine bedenkliche Entwicklung: Bei den Passagierzahlen ist Frankfurt vom dritten auf den vierten Platz zurückgefallen, in der Hub-Konnektivität verlor der Flughafen seine Spitzenposition und liegt nun hinter Dallas/Fort Worth und Istanbul auf Rang drei. Vieles spricht dafür, dass es sich dabei nicht um kurzfristige Marktschwankungen handelt, sondern um strukturelle Wettbewerbsnachteile. Wenn nicht entschieden gegengesteuert wird, könnten sich diese weiter verfestigen, was sich nachteilig auf die Standortqualität auswirken würde.

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von FrankfurtRheinMain ist unmittelbar an die Funktions- und Wettbewerbsfähigkeit des Frankfurter Flughafens gekoppelt. Wenn Fluggesellschaften Kapazitäten abbauen, Investitionen zurückstellen oder Kosten am Standort Deutschland nicht mehr als wettbewerbsfähig bewerten, ist das kein isoliertes Branchenthema, sondern ein klarer Standortnachteil für die gesamte Region. Nationale Sonderbelastungen – von Steuern über Gebühren bis hin zu regulatorischen Alleingängen – schwächen den Luftverkehrsstandort Deutschland systematisch. Für FrankfurtRheinMain würde das weniger interkontinentale Direktverbindungen bedeuten, geringere internationale Sichtbarkeit und damit eine sinkende Attraktivität für Investoren, Konzernzentralen und innovative Startups aus dem In- und Ausland.

„Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von FrankfurtRheinMain ist unmittelbar an die Funktions- und Wettbewerbsfähigkeit des Frankfurter Flughafens gekoppelt.” – Ulrich Caspar, PERFORM-Vorsitzender und Präsident der IHK Frankfurt am Main

Ein erstes wichtiges Signal hat die Bundesregierung mit ihren Plänen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Luftverkehr und der angekündigten Rücknahme der drastischen Erhöhungen der Luftverkehrssteuer der vergangenen Jahre gesetzt. Dennoch bleiben staatliche Abgaben, Sicherheitsgebühren, Umweltauflagen und weitere Kostenfaktoren im internationalen Vergleich weiterhin hoch. Soll der Luftverkehrsstandort Deutschland wieder wettbewerbsfähig werden, sind weitere Schritte notwendig. So halten wir es unter anderem für erforderlich, die Luftverkehrssteuer abzuschaffen und dass die Luftsicherheitsgebühren – analog zu vergleichbaren Aufgaben in der Schifffahrt, bei der Bahn, bei Sportveranstaltungen oder bei Karnevalsumzügen – vom Staat getragen werden.

Die hessische Landesregierung hat die strategische Bedeutung des Frankfurter Flughafens für Wachstum, Beschäftigung und Wertschöpfung in Hessen, FrankfurtRheinMain und Deutschland erkannt und setzt sich für die Stärkung des Luftverkehrsstandortes ein – das begrüßen wir ausdrücklich. Jetzt kommt es darauf an, diesen Kurs konsequent fortzusetzen. Wirtschaft braucht Verlässlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und internationale Anschlussfähigkeit. Bund, Länder und EU sind gemeinsam gefordert, die strukturellen Standortnachteile abzubauen und klare, mutige Entscheidungen zugunsten eines starken Luftverkehrsstandortes zu treffen. Das schafft zentrale Voraussetzungen für Wachstum, Investitionen und Arbeitsplätze und bildet damit auch eine Chance, eine Trendwende in der wirtschaftlichen Entwicklung einzuleiten.

Fotonachweis: IHK Frankfurt am Main / Kristin Langholz