Das Rhein-Main-Gebiet zählt zu den attraktivsten Regionen Europas und der Welt. Das anhaltende Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum bringt Chancen mit sich und stellt die Metropolregion zugleich vor Herausforderungen – etwa beim Ausbau von Infrastruktur, Wohnraum und Gewerbeflächen. Gleichzeitig gilt es, die Innovationskraft und Resilienz der Region zu fördern sowie qualifizierte Fach- und Führungskräfte aus dem In- und Ausland anzuziehen, um künftige Wertschöpfung, Wohlstand und Lebensqualität zu sichern.

Damit FrankfurtRheinMain auch morgen international zur Spitze gehört, braucht es engagierte Menschen und mutige Ideen. Mit dem Preis der Metropolregion würdigt PERFORM im Namen der regionalen Wirtschaftskammern seit 2024 herausragende Projekte, die die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Standortes stärken. Aus den diesjährigen Bewerbungen hat eine Jury fünf Projekte für das Finale nominiert:

Formie-App: Fertiger Behördenantrag in 10 Minuten

Die digitale Antragsplattform der Formie GmbH macht Elterngeld unbürokratisch und ohne Behördendeutsch schnell und verständlich zugänglich. Perspektivisch wird Formie zur mehrsprachigen zentralen Antragsplattform ausgebaut – und erleichtert Behördengänge über verschiedene Lebensbereiche hinweg. Die App hat das Potenzial, aus FrankfurtRheinMain heraus einen neuen Effizienzstandard für die digitale Verwaltung zu setzen. In einer Region, in der Menschen unterschiedlichster Herkünfte und Hintergründe leben und arbeiten, reduziert dies bürokratische Hürden, stärkt gesellschaftliche Teilhabe und macht uns attraktiver für Fachkräfte aus dem In- und Ausland.

Green Rocks: Neuer Standard für moderne Rechenzentren

Green Mountain und KMW (Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG) realisieren in Mainz eines der modernsten und nachhaltigsten Rechenzentren der Welt – interkommunal und bundesländerübergreifend. Das Data Center wird planmäßig Ende dieses Jahres in Betrieb gehen. Die Stromversorgung erfolgt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, die ressourcenschonende Kühlung nutzt das Wasser des Rheins. Die durch die Server produzierte Abwärme wird in das Fernwärmenetz eingespeist. Im Krisenfall liefern die anliegenden KMW-Gaskraftwerke Notstrom, klimaschädliche Dieselaggregate kommen nicht zum Einsatz. Das Projekt stärkt die Position von FrankfurtRheinMain als physisches Rückgrat der Digitalisierung. Rechenzentren sind unverzichtbar für Cloud-Computing, E-Commerce und Künstliche Intelligenz. Für Städte, Gemeinden und den gesamten Wirtschaftsstandort sind sie zentrale Treiber, da sie Steuereinnahmen generieren, Innovationen anziehen und weitreichende Infrastrukturinvestitionen auslösen.

Handwerkerparkausweis: Problemlos in der gesamten Region zum Einsatzort

Mit dem regionalen Handwerkerparkausweis haben sich Städte und Gemeinden auf eine interkommunal und bundesländerübergreifend einheitliche Regelung für die Erteilung und gegenseitige Anerkennung von Ausnahmeparkgenehmigungen in der gesamten Metropolregion verständigt. Damit können Handwerksbetriebe ihre Einsatzorte auch in Bereichen mit hohem Parkdruck wie beispielsweise in den stark frequentierten Innenstädten problemlos erreichen können. Die ivm GmbH koordiniert das Projekt und nimmt aktuell dessen Digitalisierung in Angriff: Die digitale Antragstellung und Genehmigungsprozesse sollen in die vorhandenen Systeme der Kommunen integriert werden. Gemeinsame Datenstandards und Datenhubs sind zukünftig Basis für die digitalen Parkraumkontrollen. Außerdem wird geprüft, ob ein vergleichbares Modell perspektivisch für soziale Dienste eingeführt werden kann. Das Projekt stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, vereinfacht Verwaltungsakte für Betriebe und Behörden und reduziert Verkehrsstaus, Stress und Emissionen durch effektives Parkraummanagement. Eine Ausweitung auf soziale Dienste würde die Versorgungsleistung in FrankfurtRheinMain verbessern und dem demografischen Wandel Rechnung tragen.

KI-basierte Straßenzustandserfassung: Müllwagen helfen, Straßen instand zu halten

Im Landkreis Bergstraße erfassen Müllfahrzeuge des ZAKB (Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße) mit Smartphones den Straßenzustand. Die künstliche Intelligenz einer speziellen App analysiert das aufgenommene Videomaterial und stellt die Daten den Kommunen des Kreises über eine geschützte, zentrale Plattform kostenfrei zur Verfügung. Diese können damit Straßenschäden gezielt erkennen, bewerten und Sanierungen priorisiert planen. Das Projekt stärkt die Instandhaltung der Straßenverkehrsinfrastruktur, fördert interkommunale Zusammenarbeit und treibt die Verwaltungsdigitalisierung voran. Das Modell ist zudem leicht auf die weiteren Kreise im Rhein-Main-Gebiet übertragbar und trägt damit zur Entwicklung der Smart Region FrankfurtRheinMain bei.

Nachhaltigere Pendlermobilität: betriebliche Fahrgemeinschaften skalieren

In einem Pilotprojekt bieten die Fraport AG, traffiQ – lokale Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main und Karos mobility Pendelnden am Frankfurter Flughafen, der größten Arbeitsstätte Deutschlands, nachhaltigere und flexiblere Mobilitätsoptionen. Das niederschwellige Angebot ergänzt die lokalen ÖPNV-Verbindungen insbesondere für Menschen im Schichtdienst. Es hilft dabei, den betriebsbedingten CO₂-Ausstoß zu senken, das Verkehrsaufkommen in FrankfurtRheinMain zu reduzieren und wirtschaftliche Kosten für die Instandhaltung und Sanierung der Straßenverkehrsinfrastruktur zu senken. Auch Parkflächen können eingespart werden. Zusätzlich fördern Mitfahrkonzepte soziale Kontakte und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Projekt kann prinzipiell an allen größeren Arbeitsstandorten in der Region unternehmensübergreifend angewendet werden und hat damit hohes Skalierungspotenzial.

Die Finalisten präsentieren sich am 23. Juni 2026 beim Tag der Metropolregion auf großer Bühne in der IHK Frankfurt am Main. Wer den Pokal und das Preisgeld von 10.000 Euro mit nach Hause nimmt, entscheidet das Publikum im Live-Voting.

Der „Tag der Metropolregion“ wird von PERFORM ausgerichtet. Die Preisverleihung ist eines von mehreren Programmhighlights.

Benedikt Kuhn, Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzender des Länderübergreifenden Strategieforums FrankfurtRheinMain. Fotonachweis: Paul Schneider / Hessische Staatskanzlei

Staatssekretär Benedikt Kuhn, Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzender des Länderübergreifenden Strategieforums FrankfurtRheinMain © Paul Schneider / Hessische Staatskanzlei

Gemeinsam Zukunftsregion gestalten

„FrankfurtRheinMain dauerhaft leistungsstark und lebenswert zu gestalten, ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Der ‚Preis der Metropolregion‘ macht Ideen sichtbar, die die Attraktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft unseres Wirtschaftsstandortes stärken“, erklärt Staatssekretär Benedikt Kuhn. Der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzende des Länderübergreifenden Strategieforums FrankfurtRheinMain ist Schirmherr des Zukunftsawards und ergänzt: „Den Finalistinnen und Finalisten wünsche ich viel Erfolg für das Publikums-Voting. Auch wenn nur ein Projekt gewinnen kann: Mit ihrem Engagement sind Sie alle leuchtende Beispiele für unsere Metropolregion.“

Ulrich Caspar, Vorsitzender von PERFORM und Präsident der IHK Frankfurt am Main, bedankt sich bei Staatssekretär Kuhn dafür, dass dieser mit seiner Schirmherrschaft dazu beiträgt, die Idee hinter dem „Preis der Metropolregion“ sichtbarer zu machen: „Die Politik setzt den Rahmen für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort. Um diesen zu füllen, müssen wir auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft gemeinsam aktiv werden. Auch in diesem Jahr haben uns zahlreiche Bewerbungen für den Wettbewerb erreicht, die auf zentrale Handlungsfelder wie beispielsweise fließenden Verkehr, smarte Städte, belastbare und krisenfeste Strukturen, eine gute Willkommenskultur, die Förderung von Startups oder die interkommunale und bundesländerübergreifende Zusammenarbeit innerhalb unserer Drei-Länder-Region einzahlen. Das zeigt: Eine Vielzahl an Menschen versteht unsere Zukunftsregion als gemeinsamen Gestaltungsauftrag und setzt sich engagiert für die Weiterentwicklung von FrankfurtRheinMain ein.“

Jurymitglieder Preis der Metropolregion 2026:

  • Jörg Brömer, Präsident der IHK Wiesbaden
  • Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main
  • Susanne Haus, Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main
  • Christian Jöst, Präsident der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar
  • Dr. Heike Wenzel, Präsidentin der IHK Aschaffenburg
V. l.: Jörg Brömer (Präsident, IHK Wiesbaden), Ulrich Caspar (Präsident, IHK Frankfurt am Main), Veronika Heibing (Leiterin der Geschäftsstelle, PERFORM), Dr. Heike Wenzel (Präsidentin, IHK Aschaffenburg), Susanne Haus (Präsidentin, Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main) und Christian Jöst (Präsident, IHK Darmstadt Rhein Main Neckar). Foto: PERFORM GbR / Markus Schmidt

V. l.: Jörg Brömer (Präsident, IHK Wiesbaden), Ulrich Caspar (Präsident, IHK Frankfurt am Main), Veronika Heibing (Leiterin der Geschäftsstelle, PERFORM), Dr. Heike Wenzel (Präsidentin, IHK Aschaffenburg), Susanne Haus (Präsidentin, Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main) und Christian Jöst (Präsident, IHK Darmstadt Rhein Main Neckar). © PERFORM GbR / Markus Schmidt

Veronika Heibing ist Geschäftsstellenleiterin und in Personalunion Leiterin Kommunikation und Marketing der PERFORM GbR. Fotonachweis: IHK Darmstadt

Veronika Heibing

Leiterin der Geschäftsstelle, PERFORM GbR
06151 871-1169